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Workshop Fermentieren

07. Juni 2018

Große Kosterei

Salzzitronen, Salzorangen, eingelegte Cedri – beim Fermentierungs-Workshop in der Craftistas Werkstatt wurde sehr viel gekostet. Die fertigen Gläser leuchten.

„Wie in Marokko“, sagt wer. Ein marokkanisches Kochbuch liegt auf dem Tisch. Salzzitronen, Salzorangen. Wofür schöne Bio-Zitronen aus Italien in Salz einlegen, statt die gleich selber zu futtern? „Der Salzgehalt liegt in einem Bereich, in dem die schädlichen Bakterien weg sind, aber der Milchsäure Gehalt erhalten bleibt“, erklärt eine Teilnehmerin des Workshops „Fermentieren“. „Man kann die Gläser dann bis zu einem Jahr aufheben.“ Zwischen drei und acht Prozent soll das Salz betragen. Eine andere Frau schreibt Rezepte auf die Pinnwand, langsam und umständlich. Es geht um Rettich und Sauerkraut, um die „alten Frauen“, unsere Vorfahren, die so viel wussten. Alle Besucherinnen setzen sich um den großen Werkstatt-Tisch und verkosten auf Baguette. Sehr edel. Wie bei einer Feinschmeckerinnen-Verkostung. Man kann die Gläser auch mit Olivenöl aufgießen, wenn sie mal eine Zeitlang gestanden sind.

Cedri, Knoblauch und Kren

Es gibt Orangenmarmelade von bitteren Orangen auf dem Tisch und handfermentierte Cedri, eine Frucht, die nicht alle kennen. „Bei den Cedri habe ich die Schalen ganz fein gehobelt“, sagt die Erzeugerin. „Das ist eine Spezialität“, freut sich eine Flüchtlingsfrau. Im Iran wird Knoblauch eingelegt. In Österreich das Blutreinigungs-Mittel Kren. Es wird plötzlich so leise. Keine der Frauen redet mehr, alle kosten. Minutenlange Stille. „Der Knoblauch ist auch sehr gut“, sagt eine und schleckt sich die Finger einzeln ab. Im marokkanischen Kochbuch gibt es ein Rezept für „Huhn mit Salzitronen“. „Himmlische Geschmäcker“ lacht die Fingerschleckerin, „ich liebe das Intensive, das Würzige.“ Ein Riesen Brocken Salz steht auf dem Tisch. Von dem kann man etwas herunterhacken und dann im Stein-Möser zerkleinern. Der Bergamotte-Geschmack im Earl Grey Tee ist auch nur eine Salzzitrone, äh Zitrone… „Earl Grey ist das, was die Briten aus dem indischen Tee gemacht haben“, lacht eine. Dann wird geschnitten, eingelegt und geredet und gelacht und es bleibt keine Zeit mehr für aufschreiben.

Infos zum Fermentieren und Rezepte, sowie Pflanzenportraits in verschiedenen Sprachen findest du hier

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